#9: Selbstvermarktungsmaschinen

Musik spielte schon immer eine große Rolle in unserer Gesellschaft. Doch war sie früher etwas anderes heute. Heute entstehen Marketing-Maschinen, die ein Album nach dem anderen zu neuen Rekordverkäufen treiben. Verkaufen lässt sich dieses Bild extrem gut. Vor allem weibliche Sänger werden vermarktet. Dabei gibt es nur einige wenige große, weltweit bekannte im Moment, aber die wenigen teilen sich den Markt nach Belieben auf.

Es dürfte klar sein, von wem ich spreche. Von den Katy Perrys, den Taylor Swifts, den Adeles dieser Welt. Madonna zähle ich bewusst nicht zu dieser Gruppe, weil sie seit Jahrzehnten extrem erfolgreich ist. Doch Sängerinnen wie eben Katy Perry sind noch ziemlich jung und gehören trotzdem schon zu den erfolgreichsten Sängerinnen zumindest dieses noch jungen Jahrhunderts. Dabei spielt es keine Rolle, was genau sie macht, sie vermarktet alles, was geht. Sie tritt beim Parteitag der Demokraten in Amerika auf und unterstützt Hillary Clinton – medienwirksam, klar. Sie singt ihre neue Single. Die Single, die jetzt von mehreren Fernsehsendern als die Olympia-Hymne benutzt wird. Marketing auf ganz hohem Niveau. Natürlich ist ihr neues Album nach ihrem Megaerfolg mit ihrem letzten Album „Prism“ im Jahr 2013 nicht mehr weit, noch in diesem Jahr wird es erscheinen. Dafür bringt sie sich schon mal in Position. Sie machte bereits Werbung für H&M und Toyota, zwei Marken, die in ihrem Gebiet zu den Spitzenreitern gehören – natürlich.

Taylor Swift dürfte als Pendant zu Katy Perry gelten. Die Musik unterscheidet sich nur marginal. Beide gehen auf Welttournee nicht deswegen, um den Spaß an der Musik zu verbreiten, sondern um ihr neues Album zu promoten. Es geht um Abverkaufszahlen, nicht um die Musik an sich. In dieser Kategorie ist aktuell Adele absolute Spitzenreiterin. Sie bricht aktuell alle Rekorde. Es gibt allerdings einen entscheidenden Unterschied: Adele lebt die Musik. Klar holt auch sie alles raus, was geht. Promotet ihr Album in sämtlichen Fernsehsendungen, geht auf Welttournee, die in einer irrsinnigen Zeit restlos ausverkauft ist. Schaut man sich allerdings Auftritte von ihr an, bei denen sie anfängt zu weinen, nachdem sie ein Lied gesungen hat, dann ist das schon beeindruckend. Das zeigt, dass sie die Musik noch richtig fühlt, Musik ist eben ihre Bestimmung. Und das ist auch gut so, ihre Stimme ist unschlagbar.

In diesem Jahr wird übrigens auch wieder mal ein Album von Britney Spears erscheinen. Die sich von einem Skandal zum Nächsten hangelt. Und trotzdem gelingt das Marketing auf ganz hohem Niveau. Die Musik ist auch in ihrer Qualität nicht überragend, aber bleibt im Ohr. Und jeder kann ihre Lieder mitsingen. Wer kennt schon nicht „Oops! I did it again!“ Jeder würde ich jetzt mal so frei heraus behaupten. Das Marketing der großen Sängerinnen der aktuellen Zeit läuft auf ganz hohem Niveau uns es funktioniert, das ist das faszinierende daran. Trotzdem haben Sängerinnen mit mehr Ausstrahlung, mit mehr Ecken und Kanten dann doch was anderes zu bieten, als die glattgebügelten Selbstvermarktungsmaschinen.

#8: Doping

Olympia läuft wieder. Hunderte Athleten zeigen unter den fünf Ringen wieder ihr Können. Diesmal in Brasilien. In Rio de Janeiro. Wieder mal wurde viel im Vorfeld über das Sportereignis des Jahres geredet und ganz besonders kritisiert. Die Organisatoren wurden nur mit Ach und Krach fertig mit der olympischen Anlage. Es wurde überall improvisiert. Kaum war die Eröffnungsfeier im Fußball-Stadion Maracana gelaufen, gab es keine kritischen Stimmen mehr über den Ausrichter Rio, es gab viel Lob. Es war eine stimmungsvolle Auftaktfeier. Kritisiert werden jetzt andere.

Die russischen Sportler stehen im Moment im Fadenkreuz des internationalen Dopings. Schon vor den olympischen Spielen wurde viel über die Russen diskutiert. Beinahe wären sie vom IOC ausgeschlossen werden wegen systematischen Dopings. Das wäre sicher konsequent gewesen und wäre auch sicherlich ein richtiges Zeichen in Richtung aller Staaten gewesen, dass systematisches Doping, das vom Staat gefördert wird, hart bestraft wird. Zu diesem Schritt konnte sich das Internationale Olympische Komitee nicht durchringen. Das mag etwas verwirrend sein.

Allerdings ist die Frage zu stellen, wie viele Sportler an diesen Spielen teilnehmen würden, wären alle gesperrt, die leistungssteigernde Mittel einnehmen. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage: das wären einsame Spiele für einige wenige. Dass die Ehrlichen bestraft werden ist natürlich keineswegs zu befürworten, nun allerdings die russischen Sportler durchgehend zu kritisieren und sie zum Sündenbock zu machen kann auch nicht die Lösung sein. Julija Jefimowa wird gerade besonders heftig kritisiert.

Zunächst mal zu ihrer Geschichte: Erst im Juni 2016 wurde Jefimowa von der FINA, dem Dachverband aller Schwimmer, wegen jahrelangen systematischen Dopings von den olympischen Sommerspielen ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) kassierte dieses Startverbot am Samstag wieder ein. Jefimowa durfte starten. Seitdem wird sie regelmäßig in der Schwimmhalle ausgepfiffen. Bisher nahm sie das gelassen und präsentierte sich vielleicht etwas zu arrogant und heizte damit die Stimmung im Schwimmkessel noch an. Gestern Abend dann verlor sie das 100 Meter Brustrennen und wurde „nur“ Zweite. Dass sie daraufhin in Tränen ausbrach sei ihr gegönnt, da ist sie nicht die Einzige. Dass sie dann der ZDF-Interviewer sie erneut darauf anspricht, ob ihr Start überhaupt gerechtfertigt sei ist einfach nur unnötig. Da müsste er jeden einzelnen Schwimmer fragen.

Gerade in der Schwimmhalle gab es in den letzten Tagen zahlreiche Weltrekorde zu bestaunen. Zeiten, die unglaublich sind, die wahrscheinlich nur sehr schwierig aus eigenen Mitteln geschwommen werden können. Allerdings gilt das für alle. Nicht nur für die Russen. Katinka Hosszú beispielsweise gewann über 400 Meter Lagen extrem überlegen in Weltrekordzeit die Goldmedaille. Der Abstand zur Konkurrenz war beängstigend. Nicht mal Jefimowa war bislang zu solch einer Demonstration im Stande gewesen.

Niemand kann mir erzählen, dass im internationalen Spitzensport nicht länderübergreifend und systematisch gedopt wird. Welche Mittel im Spiel sind vermag ich nicht zu sagen, diese werden immer erst nach einiger Zeit bekannt und können erst dann verboten werden. Auch im Fußball findet sicherlich Doping statt. Nur redet da keiner drüber. Über die Russen redet im Moment jeder – das sollte man vielleicht noch mal überdenken.

#7: Zeit wird’s

Und wieder ist es soweit. Die AfD beginnt sich mal wieder zu streiten. Und das ist auch gut so. Das ist meistens der Anfang vom Ende. Die sogenannte Alternative für Deutschland spaltet sich in verschiedene Alternative auf. Ich wusste gar nicht, dass es so viele politische Alternativen gibt.

Dem erneuten internen Streit der AfD-Partei ging ein Skandal voraus, der viel zu wenig Aufmerksamkeit bekam. Die Partei-Spitze hatte sich gegen den Ausschluss von Wolfgang Gedeon ausgesprochen, der antisemitische Schriften verfasst hatte. Daraufhin traten die 13, die für den Ausschluss stimmten, aus dem Baden-Württemberger AfD-Ableger aus und gründeten kurzerhand die Alternative für Baden-Württemberg. Kann man mal machen. Gar kein so schlechtes Zeichen.

Das alles führte dazu, dass Frauke Petry nun schleunigst nach Stuttgart musste, um zu schlichten. Der Schlichtungsversuch funktionierte allerdings nur bedingt. Die Partei droht nun zu zerfallen. Kann auch daran liegen, dass Petry ohne Schminke im Koffer nach Stuttgart fuhr. Kein Witz. Mehrere Medien thematisierten diese Tatsache. War sicher entscheidend für den Ausgang des Schlichtungsversuchs. Petry möchte man eigentlich so oder so nicht sehen, denn steht sie vor der Kamera, beginnt man sich sowieso nur fremdzuschämen. Ich werde nie verstehen, wie Politiker ernsthaft solche Meinungen, wie die AfD und ganz besonders Frau Petry sie äußern, vertreten können.

Aber vielleicht hat sich das jetzt ohnehin bald erledigt mit der Alternative. Solche öffentlichen Streits sind immer erste Anzeichen dafür, dass die Partei bald in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird. Die Bundestagswahlen in etwas mehr als einem Jahr sind zwar noch lange genug hin, um sich wieder zu versöhnen, aber auch lange genug hin, sich noch weiter zu streiten. Und die Chancen stehen gut, dass Petry bald nicht mehr so sehr im politischen Mittelpunkt stehen wird, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Und das ist auch gut so.

#6: Schlechte Idee

Großbritannien beschließt den Brexit. Seit Tagen, genauer gesagt seit Freitagmorgen, geht es um nichts anderes mehr in den Nachrichten. Der Brexit ist die Schockmeldung und zeigt, dass ein vereintes Europa am Ende ist. Die Idee ist gescheitert. Die Schlüsse, die daraus nun gezogen werden müssen sind eindeutig: Alles neu.

Allein schon dieses Wort: Brexit. Ich kann es nicht mehr hören. Und trotzdem muss auch ich noch dazu meine Meinung abgeben. Der von der Bevölkerung Großbritanniens beschlossene Ausstieg aus der EU ist das schlechteste Zeichen, das man in unsicheren Zeiten wie diesen absenden könnte. Seit Monaten, seitdem die Flüchtlingskrise Europa beschäftigt, plädieren die linkeren Lager für ein vereintes Europa. Für Zusammenarbeit. Gemeinsam können wir das schaffen. Alleine werden wir uns schwer tun. Und jetzt das. Großbritannien sendet genau das Gegenteil als Zeichen: Alleine schaffen wir es viel besser.

Es gibt sinnvollere Vereinigungen als die EU – keine Frage. Sie gehört reformiert – keine Frage. Ihre Politik für die Unternehmen, freut nur die Unternehmen selbst, um die Bevölkerung wird sich kaum gekümmert. Mit denen lässt sich kein Geld machen. Und trotzdem ist ein Ausstieg das Dümmste, was man jetzt machen kann. Es ist schlichtweg eine schlechte Idee. Wird den Finanzstandort London und Großbritannien in eine Krise stürzen. Klar ist: Der Brexit muss jetzt schnell stattfinden. Ein unnötiges herauszögern spielt lediglich den Briten in die Karten.

Und trotz all meinem Unmut bin ich absolut gegen eine Wiederholung des Votums. Die britische Bevölkerung hat – leider – mehrheitlich dafür gestimmt. Da braucht man keine zweite Abstimmung. Die Idee einer Europäischen Union ist am Ende. In so ziemlich allen Staaten regt sich nun eine ähnliche Protestbewegung. Frankreich mit seinem rechten Lager Front National, das massiv an Beliebtheit zulegte in den letzten paar Jahren, wird auch Frankreich in die Richtung eines EU-Ausstieges treiben. Weitere EU-Länder werden folgen.

Man müsste jetzt alles verändern. Die EU müsste sich innerhalb weniger Monate neu erfinden. Das wird schwierig, wäre aber möglich. Deswegen müssen sie jetzt anfangen. Aufhören über Großbritannien zu reden und endlich Politik für die Menschen zu machen und nicht für die europäischen Großkonzerne. Und übrigens: Ich finde Vergleiche mit dem Brexit und Englands Ausscheiden bei der EM in Frankreich gegen Island sehr lustig. Wer fliegt schon innerhalb weniger Tage gleich zweimal erst aus der EU und dann aus der EM. Das ist fast schon wieder eine Meisterleistung.

#5: Warum?

Es ist immer schlimm, wenn Menschen sterben müssen. Es ist noch schlimmer, wenn Menschen aufgrund der Gewalt von Mitmenschen sterben müssen. Und es ist noch viel schlimmer, wenn 49 Menschen am gleichen Ort wahllos erschossen werden. Die einzige Frage die für mich bleibt: Warum?

Warum muss so etwas sein? Warum muss ein Mensch andere Menschen töten; Angst und Schrecken verbreiten? Warum? Das ist das Einzige, was mir nach Attentaten wie dem in Orlando am Wochenende einfällt. Dass es das vor allem von den Medien so oft genannte „schlimmste Einzelattentat“ der amerikanischen Geschichte ist, ist mir dabei herzlich egal. 49 unschuldige Menschen mussten ihr Leben lassen, mussten aufgrund der Gleichgültigkeit eines „Menschen“ sterben. Das ist traurig. In Syrien ist das im Moment die Realität, das sollte man sich immer wieder vor Augen führen und daran sind die europäischen, amerikanischen und russischen Streitkräfte nicht ganz unbeteiligt. In Ländern, in denen Frieden herrscht, sorgen solche Ereignisse aber trotzdem für mehr Aufsehen.

Zum wiederholten Male musste Barack Obama vor die Presse treten und über ein Attentat in seinem Land sprechen. Wieder sprach er über die Verschärfung der Waffengesetze. Wieder wird sich nichts ändern. Wieder wird alles genau so bleiben wie zuvor. Die Waffen-Lobby ist in den USA viel zu mächtig, als dass man sich mit diesen Schwergewichten der amerikanischen Wirtschaft anlegen könnte. Vielleicht könnte man es, aber es wäre definitiv der Todesstoß für jeden Politiker. Niemand möchte die amerikanische Tradition beenden. Tolle Tradition ist das.

Neben dem Attentat in Orlando wurden etwa 100 weitere Zwischenfälle mit Schusswaffengebrauch in den USA am 12. Juni registriert. Das ist schon beinahe Alltag. Ein sehr trauriger Alltag. Diesen könnte Obama beenden, jetzt hat er noch die Chance dazu. Sich den Friedensnobelpreis, den er voreilig bekommen hatte, endlich verdienen. Aber ernsthaft glaubt daran sowieso kein Mensch. Obama wird gehen, wird seine Amtszeit unspektakulär beenden. Wird nicht sonderlich viel bewegt haben. Und wenn solche Attentate einem amerikanischen Politiker derzeit in die Karten spielen, dann ist das Donald Trump. Sollte der Milliardär amerikanischer Präsident werden, dann haben wir ein Problem. Ein großes Problem.

Und trotzdem, es bleibt die Frage: Warum?

#4: Fußball im Vordergrund

Der vierte Meinungsblog kommt zu spät? Stimmt! Diesmal allerdings absolut bewusst. Ich wollte erst mal die ersten Spiele bei der diesjährigen Europameisterschaft in Frankreich abwarten, bevor ich meine Meinung zu dem Megaevent schreibe.

Wir haben doch alle darauf gewartet. 12 Tage lang läuft dank der Gruppenphase nun von 15 bis 23 Uhr durchgehend Fußball. Ein Traum für jeden Fan und auch nicht Fan. Denn zu WM oder EM werden plötzlich immer alle zu Fußballfans und vor allem werden alle zu Bundestrainern. Und obwohl die EM 2016 in Frankreich eine menge Spaß mit sich bringen wird, irgendwas ist komisch. Das mag an der vermeintlich prekären Sicherheitslage in Frankreich liegen. Seit Wochen wird darüber berichtet, wie man die Stadien sichern kann vor Anschlägen wie im November 2015 in Paris. Zahlreiche Talk-Shows befassten sich mit diesem Thema. Tenor immer: die geladenen Gäste wussten nicht mal, warum sie überhaupt zu der Sendung eingeladen wurden.

Man wird ein Stadion mit zigtausend Menschen nie zu hundert Prozent sichern können. Da helfen weder zwei Zugangskontrollen noch ein Flugverbot über den französischen Stadien. Wenn es jemand schaffen möchte, dann schafft er es auch, so traurig das ist. Nur sollten wir aufpassen, darüber nicht zu viel zu reden. Seit Wochen wird die EM als das Top-Anschlagsziel des Islamischen Staates (IS) hyperdramatisiert. Und klar ist, dass solch ein Anschlag eine enorme Wirkung hätte, sowohl für Europa als auch für die ganze Welt. Alle Grenzen würden dicht gemacht werden. Kein Land würde mehr Argumente finden, nicht in den Krieg gegen den IS zu ziehen. Trotzdem sind solche Diskussionen unnötig. Wenn es passiert, dann konnte man es leider nicht verhindern. Natürlich könnte ich jetzt auch an den IS appellieren, Anschläge und generell die Gewalt einzustellen. Die werden sich für meine Meinung nur nicht interessieren. Deswegen sollten wir uns nicht die Stimmung verderben lassen und den Fußball wieder in den Mittelpunkt stellen, denn das ist ja eigentlich das, worum es die nächsten Wochen in Frankreich geht.

Übrigens braucht man für Gewalt rund um die EM nicht mal den IS. Was am Samstag im Vorfeld der Partie England gegen Russland in Marseille passierte ist unfassbar. Menschen die zu solcher Gewalt bereit sind haben nichts im Stadion zu suchen und auch nichts in unserer Gesellschaft zu suchen! Mehrere schwerverletzte Personen und eine Person in Lebensgefahr sind die Folge enthemmter Gewalt. Das schadet unserer Gesellschaft und nicht nur dem Fußball. Traurig was in Marseille passierte. Solche Szenen sollten sich nicht mehr wiederholen. Aber einen Lichtblick gibt es: Die UEFA hat ein Disziplinarverfahren gegen Russland eröffnet. Und wenn wir eines aus der Vergangenheit wissen, dann doch dass die UEFA absolut konsequent Probleme sowohl interner als auch externer Art aufarbeitet.

#3: Das ist Fußball

Wieder da und alles neu? Eigentlich ja, aber erst mal nicht. Der dritte Mittwochsblog wird sich wieder mal dem Thema Fußball widmen.

Leicester City gewinnt die englische Premier League. Das war die Nachricht, auf die sich die Fußballnostalgiker in den letzten Wochen stürzten. Und auch wenn es Ungereimtheiten in der Vergangenheit des englischen Vereins geben mag, wie etwa die etwas fragwürdige Finanzierung, trotzdem wurde Leicester Meister in der englischen Liga, der vielleicht härtesten Liga der Welt, in der sich Konkurrenten wie die Tottenham Hotspurs, der FC Arsenal, Manchester United und Manchester City sowie der FC Chelsea tummeln. Genau aus diesem Grund ist dieser Meistertitel ein Wunder, vielleicht sogar ein echtes Fußball-Märchen, das es so schon länger nicht mehr gab. Gerade wir deutschen Fußballfans, die seit vier Jahren den gleichen Meister aus München beglückwünschen müssen, brauchen doch solche Erfolgserlebnisse, um wieder an das Unglaubliche glauben zu können.

Um daran zu glauben, dass RasenBallsport Leipzig in der kommenden Saison die Bundesliga aufmischt und sensationell deutscher Meister wird. Wer weiß, Leicester hat es vorgemacht. Vielleicht macht es Leipzig mit all seinen Brausemillionen nach. Leute, die schon länger meinen Blog lesen wissen, dass ich nichts gegen Engagements wie das von Red Bull in Leipzig habe, denn anders, wird heutzutage keine Mannschaft mehr den etablierten Spitzenvereinen Druck machen können. Dafür ist der Fußball bereits viel zu kommerzialisiert worden im letzten Jahrzehnten. Viel mehr Spaß würde es natürlich machen, wenn man den Kommerz im Fußball einfach abschaffen würde, keine aberwitzigen Ablösesummen und Gehälter für Spieler gezahlt würden; keine Ausrüsterdeals mit zig Millionen Euro Prämie geschlossen würden. Das ist allerdings reines Wunschdenken.

Aber auch in der Bundesliga gab es am Ende der Saison noch Drama pur. Der SV Werder Bremen rettet sich in der 88. Spielminute sensationell vor dem Abstieg. Der VfB Stuttgart musste runter. Eine Traditionsmannschaft muss in der zweiten Bundesliga einen Neuanfang wagen, ob das gutgehen wird, muss sich zeigen.

Gleichzeitig wurde der FC Bayern München zum vierten Mal in Folge deutscher Meister, der FC Barcelona gewinnt die Primera Division. Und der Champions-League-Sieger wist Real Madrid kommen. Nichts Neues also. Diese Saison beinhaltete viel Spannung, viel Dramatik; zeigte aber auch, wie zementiert manche Mannschaften Europa dominieren. Und trotzdem, war es wieder eine gute Saison. Und jetzt freuen wir uns auf die EM!

#2: Work

Letzte Woche kam ein Meinungsblog über deutsche Songs und deren nur wenig berauschende Liedtexte. Um diese Serie fortzusetzen soll es diese Woche um englische Songtexte gehen. Meistens tut man sich ja schwer, den Inhalt dieser Texte zu verstehen, deswegen werde ich mir nun mal die Charts anschauen und das eine oder andere englischsprachige Lied kurz vorstellen.

Beginnen wir mal mit dem neuem Hit „Hymn for the weekend“ von der weltweit bekannten Band Coldplay. Grundsätzlich ist an dem ja nichts auszusetzen. Jeder von uns liebt das Wochenende, ob man deswegen ein Lied drauf singen muss und es nicht reicht, es einfach zu genießen, ist die andere Frage. Coldplay hat ein Lied geschrieben. So sehen ein paar Zeilen aus:

Life is a drink, and love’s a drug
Oh now I think I must be miles up
When I was a wither, dried up
You came to rain a flood

Aha. „Life is a drink.“ Einverstanden. Alkohol ist immer gut. Aber was damit die Flut zu tun hat? Hilft einem glaube ich eher weniger, wenn man durstig ist. Ein Glas Wasser tut es auch. Oder halt doch ein Bier. Geht immer! Auch sonst klingt der Song von Coldplay mehr gewollt als gekonnt. Da gab es schon besseres.

Im letzten Blog hatte ich den Song schon kurz thematisiert. Rihannas „Work“ ist lediglich eine Ansammlung von irgendwelchen Worten. Auch nicht das gelbe vom Ei in den weltweiten Charts:

Work, work, work, work, work, work
He said me haffi
Work, work, work, work, work, work!
He see me doing
Dirt, dirt, dirt, dirt, dirt, dirt!
So me put in
Work, work, work, work, work, work

Das kann man aber auch nur machen, wenn man Rihanna heißt. Einfach irgendwelche Wörter aneinanderhängen. Da müssen ja ganze tolle Songtext-Autoren am Werk gewesen sein. Ansonsten würde einfach nur jeder das Radio ausmachen und sich denken: sowas muss ich mir wirklich nicht anhören. Noch nie hat es jemand geschafft einem eine so deutliche Aufforderung mit auf den Weg zu geben: Arbeite! Ok, sorry, bin ja schon dabei. Leider ist das ganze auch ein enormer Ohrwurm, deswegen hat Rihanna auch schon wieder was richtig gemacht.

Und noch ein Songtext. Diesmal von der Band „Walking on Cars“. Bisher auch eher nur selten aufgefallen. Und die Bandmitglieder müssen Autos echt lieben. Der Song heißt „Speeding Cars“:

So if I stand in front of a speeding car
Would you tell me who you are, what you like?
What’s on your mind, if I’d get it right?

Also ich kann sagen, was passiert, wenn man sich vor ein schnelles Auto stellt: das könnte schiefgehen. Man fragt ja auch nicht was passiert, wenn man sich vor einen schnell fahrenden Zug stellen würde oder!? Außerdem wäre es Erpressung so jemanden dazu zu zwingen, einem zu erzählen, wer er ist und was ihm gefällt.

Nun sieht man also, die englischen Songtexte sind mitnichten besser, als die deutschen. Nur wenige Sänger nutzen ihre Popularität, um Kritik zu äußern, um mit den Liedern eine Botschaft zu senden. Anders nun Beyoncé. Eine der erfolgreichsten Sängerinnen der heutigen Zeit. Sie gehört laut Forbes zu den einflussreichsten und reichsten Frauen der Welt. Es lohnt sich, ihr neues Album „Lemonade“ anzuhören. Es ist ein persönliches, ein politisches Album. Ob einem die Musik gefällt, ist subjektiv. Die Texte allerdings sind gut. Beyoncé möchte endlich aufstehen, gegen den Rassismus, gegen die von Männern dominierte Welt. Es geht also auch anders. Sogar auf Welttournee geht Beyoncé mit ihrem Album. Begonnen hat sie den Aufstand beim Super Bowl 50 in San Francisco im Februar. Der Aufstand geht weiter. Und das ist auch gut.

Und jetzt hab ich einen Ohrwurm: „Work“.

#1: Wir sind nicht groß

Deutschland kann vieles. Deutschland hat das höchste Bruttoinlandsprodukt in Europa. Deutschland gehört ohnehin zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Deutschland ist amtierender Fußball-Weltmeister. Deutschland ist amtierender Handball-Europameister. Aber eines können wir definitiv nicht: Musik. Ich hab mir mal von ausgewählten Liedern die Songtexte angeschaut. Was da bei rauskam, war schon beeindruckend, beeindruckend nichts sagend, beeindruckend schlecht.

Mark Forster neuer Hit heißt „Wir sind groß“. Das Lied beginnt mit folgenden Zeilen:

Immer da, wenn alle Stricke reißen
Einfach so, wir müssen nichts beweisen
Ich trete die Pedale, du hältst mein Rücken
Fahrrad aus’m Park erst morgen früh zurück bringen

Ich habe noch kurz versucht, den Sinn in diesem Liedtext zu suchen. Hab dann aber aufgegeben, es gibt glaube ich gar keinen Sinn dahinter. Besonders das Fahrrad, das man erst morgen früh zurückbringen muss, verstört mich. Wurde das etwa aus dem Park gestohlen? Gibt Mark Forster damit eine Straftat in einem Song zu? Anzeige ist raus! Der Refrain geht folgendermaßen:

Wir fliegen weg, denn wir leben hoch
Gewinnen alles und gehn K.O.
Wir brechen auf, lass die Leinen los
Die Welt ist klein und wir sind groß

Da hat wohl einer wieder die Botschaft nicht verstanden. „Die Welt ist klein und wir sind groß“. Genau das ist ja das Problem in unserer heutigen Zeit. Alle meinen, die Welt würde sich nur um sie drehen. Großbritannien droht mit dem Brexit, obwohl dieser den Briten viel mehr schaden würde, als der EU. Der türkische Staatspräsident meint, er müsste einen deutschen Satiriker anzeigen und löst damit diplomatische Streitereien auf oberster politischer Ebene aus. Da scheinen ja einige Mark Forsters Lied ernst zu nehmen und sich wichtiger zu nehmen als sie eigentlich sind.

Wie jedes Jahr wird der deutsche Fernsehzuschauer gerade im Mai mit Musikshows nur so überhäuft. „Deutschland sucht den Superstar“ und der „Eurovision Song Contest“ feierten ihre großen Finalshows. DSDS warb mit der größten Musikshow Europas, der ESC behauptet, er wäre gar die größte Musikshow der Welt. Der Qualität helfen diese Superlativen allerdings nicht. Der neue Superstar Prince Damien produzierte mit Dieter Bohlen seinen Gewinnersong „Glücksmoment“.

Dieser eine Glücksmoment
so schwerelos durch Raum und Zeit
dort wo die Sonne heller scheint
wir sind allein nur noch zu zweit

Der Song beginnt mit „Wuhu“, da weiß man schon, woran man ist. Der Refrain wird nicht bedeutend besser. Davor wird davon gesungen, dass man doch „ganz tief ins All“ fliegen sollte. Deswegen wird dann wohl die „Schwerelosigkeit“ thematisiert. Naja. Übrigens scheint dann die Sonne nicht heller, sie wirkt vielleicht heller, weil man näher dran ist, und es wird übrigens auch noch etwas heißer.

Und zu guter Letzt muss auch noch Sarah Connor thematisiert werden. Alle sagen: Super, dass sie jetzt auf Deutsch singt und nicht mehr auf Englisch, das passt viel besser. Am Besten wäre es, wenn sie gar nicht mehr singen würde, warum? Wegen Liedern wie „Wie schön du bist“:

Mit all deinen Farben, und deinen Narben,
hinter den Mauern. Ja ich seh dich.
Lass dir nichts sagen. Nein, lass dir nichts sagen.
Weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?

Wie kann man eine Person hinter einer Mauer sehen? Und was haben eigentlich die Farben und Narben damit zu tun? Aber Sarah Connor möchte scheinbar einfach nur sagen, dass man nicht weißt, wie schön man eigentlich bist. Danke dafür!

Gut, jetzt kann man natürlich sagen, dass auch die Songtexte von englischsprachigen Musikern nicht besser sind. Adele singt „Hello, it’s me“. Ach ok, schön dich wieder zu sehen. Rihanna singt so oft „Work“ hintereinander, dass man gleich ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man mal gerade nicht arbeitet. Aber das gute an englischen Songtexten ist: meistens versteht man sie nicht oder nur zum Teil. Bei deutschen Liedern versteht man dagegen jedes einzelne Wort – was nicht unbedingt von Vorteil ist.

Getaggt mit

Wieder da

7 Jahre. So lange hege ich nun schon den Traum des Journalisten. Seit 6 Jahren ist die Website http://www.marians-sportmagazin.de im World-Wide-Web zu finden. Allerdings verließ mich zwischenzeitlich die Motivation, mir fehlten die neuen Ideen. Doch nun ist sie wieder da, eine neue Idee.

Diese Idee gestaltet sich recht einfach. Ich möchte jede Woche einen Beitrag veröffentlichen. Und das jeden Mittwoch. Dabei möchte ich mich diesmal nicht mehr nur auf den Sport beschränken, deswegen hat sich auch der Titel des Blogs verändert. Aus „Marians Sportmagazin“ wird nun „Haimerls Meinung“. Zwar ist die Webseite auch weiterhin über die alte Domain http://www.marians-sportmagazin.de zu erreichen, allerdings ist die Hauptdomain nun http://www.haimerls-meinung.de.

Ich denke, der neue Websiten-Name spricht bereits für sich: Ich möchte einfach nur meine Meinung loswerden. Es gibt im Moment so viele Dinge, die einfach mal gesagt gehören. Dabei möchte ich in keinster Weise in Anspruch nehmen, dass meine Meinung jeder teilen muss. Jeder kann seine ganz eigene Meinung haben. Deswegen lasse ich auch die Kommentarfunktion offen. Wer möchte, kann also gerne kommentieren, man muss aber auch nicht. Genauso ist es auch nicht das Ziel, Verbesserungsvorschläge zu nennen, die als Allheilmittel einsetzbar sind.

Ein Thema hat die Website also nicht, es kann mal um Sport gehen – über FIFA und DFB kann man immer was schreiben -, es kann mal um Politik gehen – gerade im Moment gibt es da genug Stoff -, und es kann auch mal über ganz banale Dinge gehen, wie etwa die Tatsache, dass Deutschland am Samstagabend erneut auf dem letzten Platz beim Eurovision Song Contest landete.

Und nun auch genug des Vorspanns. Am Mittwoch geht’s los; ich freue mich!

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