Archiv für den Monat Mai 2016

#2: Work

Letzte Woche kam ein Meinungsblog über deutsche Songs und deren nur wenig berauschende Liedtexte. Um diese Serie fortzusetzen soll es diese Woche um englische Songtexte gehen. Meistens tut man sich ja schwer, den Inhalt dieser Texte zu verstehen, deswegen werde ich mir nun mal die Charts anschauen und das eine oder andere englischsprachige Lied kurz vorstellen.

Beginnen wir mal mit dem neuem Hit „Hymn for the weekend“ von der weltweit bekannten Band Coldplay. Grundsätzlich ist an dem ja nichts auszusetzen. Jeder von uns liebt das Wochenende, ob man deswegen ein Lied drauf singen muss und es nicht reicht, es einfach zu genießen, ist die andere Frage. Coldplay hat ein Lied geschrieben. So sehen ein paar Zeilen aus:

Life is a drink, and love’s a drug
Oh now I think I must be miles up
When I was a wither, dried up
You came to rain a flood

Aha. „Life is a drink.“ Einverstanden. Alkohol ist immer gut. Aber was damit die Flut zu tun hat? Hilft einem glaube ich eher weniger, wenn man durstig ist. Ein Glas Wasser tut es auch. Oder halt doch ein Bier. Geht immer! Auch sonst klingt der Song von Coldplay mehr gewollt als gekonnt. Da gab es schon besseres.

Im letzten Blog hatte ich den Song schon kurz thematisiert. Rihannas „Work“ ist lediglich eine Ansammlung von irgendwelchen Worten. Auch nicht das gelbe vom Ei in den weltweiten Charts:

Work, work, work, work, work, work
He said me haffi
Work, work, work, work, work, work!
He see me doing
Dirt, dirt, dirt, dirt, dirt, dirt!
So me put in
Work, work, work, work, work, work

Das kann man aber auch nur machen, wenn man Rihanna heißt. Einfach irgendwelche Wörter aneinanderhängen. Da müssen ja ganze tolle Songtext-Autoren am Werk gewesen sein. Ansonsten würde einfach nur jeder das Radio ausmachen und sich denken: sowas muss ich mir wirklich nicht anhören. Noch nie hat es jemand geschafft einem eine so deutliche Aufforderung mit auf den Weg zu geben: Arbeite! Ok, sorry, bin ja schon dabei. Leider ist das ganze auch ein enormer Ohrwurm, deswegen hat Rihanna auch schon wieder was richtig gemacht.

Und noch ein Songtext. Diesmal von der Band „Walking on Cars“. Bisher auch eher nur selten aufgefallen. Und die Bandmitglieder müssen Autos echt lieben. Der Song heißt „Speeding Cars“:

So if I stand in front of a speeding car
Would you tell me who you are, what you like?
What’s on your mind, if I’d get it right?

Also ich kann sagen, was passiert, wenn man sich vor ein schnelles Auto stellt: das könnte schiefgehen. Man fragt ja auch nicht was passiert, wenn man sich vor einen schnell fahrenden Zug stellen würde oder!? Außerdem wäre es Erpressung so jemanden dazu zu zwingen, einem zu erzählen, wer er ist und was ihm gefällt.

Nun sieht man also, die englischen Songtexte sind mitnichten besser, als die deutschen. Nur wenige Sänger nutzen ihre Popularität, um Kritik zu äußern, um mit den Liedern eine Botschaft zu senden. Anders nun Beyoncé. Eine der erfolgreichsten Sängerinnen der heutigen Zeit. Sie gehört laut Forbes zu den einflussreichsten und reichsten Frauen der Welt. Es lohnt sich, ihr neues Album „Lemonade“ anzuhören. Es ist ein persönliches, ein politisches Album. Ob einem die Musik gefällt, ist subjektiv. Die Texte allerdings sind gut. Beyoncé möchte endlich aufstehen, gegen den Rassismus, gegen die von Männern dominierte Welt. Es geht also auch anders. Sogar auf Welttournee geht Beyoncé mit ihrem Album. Begonnen hat sie den Aufstand beim Super Bowl 50 in San Francisco im Februar. Der Aufstand geht weiter. Und das ist auch gut.

Und jetzt hab ich einen Ohrwurm: „Work“.

#1: Wir sind nicht groß

Deutschland kann vieles. Deutschland hat das höchste Bruttoinlandsprodukt in Europa. Deutschland gehört ohnehin zu den wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt. Deutschland ist amtierender Fußball-Weltmeister. Deutschland ist amtierender Handball-Europameister. Aber eines können wir definitiv nicht: Musik. Ich hab mir mal von ausgewählten Liedern die Songtexte angeschaut. Was da bei rauskam, war schon beeindruckend, beeindruckend nichts sagend, beeindruckend schlecht.

Mark Forster neuer Hit heißt „Wir sind groß“. Das Lied beginnt mit folgenden Zeilen:

Immer da, wenn alle Stricke reißen
Einfach so, wir müssen nichts beweisen
Ich trete die Pedale, du hältst mein Rücken
Fahrrad aus’m Park erst morgen früh zurück bringen

Ich habe noch kurz versucht, den Sinn in diesem Liedtext zu suchen. Hab dann aber aufgegeben, es gibt glaube ich gar keinen Sinn dahinter. Besonders das Fahrrad, das man erst morgen früh zurückbringen muss, verstört mich. Wurde das etwa aus dem Park gestohlen? Gibt Mark Forster damit eine Straftat in einem Song zu? Anzeige ist raus! Der Refrain geht folgendermaßen:

Wir fliegen weg, denn wir leben hoch
Gewinnen alles und gehn K.O.
Wir brechen auf, lass die Leinen los
Die Welt ist klein und wir sind groß

Da hat wohl einer wieder die Botschaft nicht verstanden. „Die Welt ist klein und wir sind groß“. Genau das ist ja das Problem in unserer heutigen Zeit. Alle meinen, die Welt würde sich nur um sie drehen. Großbritannien droht mit dem Brexit, obwohl dieser den Briten viel mehr schaden würde, als der EU. Der türkische Staatspräsident meint, er müsste einen deutschen Satiriker anzeigen und löst damit diplomatische Streitereien auf oberster politischer Ebene aus. Da scheinen ja einige Mark Forsters Lied ernst zu nehmen und sich wichtiger zu nehmen als sie eigentlich sind.

Wie jedes Jahr wird der deutsche Fernsehzuschauer gerade im Mai mit Musikshows nur so überhäuft. „Deutschland sucht den Superstar“ und der „Eurovision Song Contest“ feierten ihre großen Finalshows. DSDS warb mit der größten Musikshow Europas, der ESC behauptet, er wäre gar die größte Musikshow der Welt. Der Qualität helfen diese Superlativen allerdings nicht. Der neue Superstar Prince Damien produzierte mit Dieter Bohlen seinen Gewinnersong „Glücksmoment“.

Dieser eine Glücksmoment
so schwerelos durch Raum und Zeit
dort wo die Sonne heller scheint
wir sind allein nur noch zu zweit

Der Song beginnt mit „Wuhu“, da weiß man schon, woran man ist. Der Refrain wird nicht bedeutend besser. Davor wird davon gesungen, dass man doch „ganz tief ins All“ fliegen sollte. Deswegen wird dann wohl die „Schwerelosigkeit“ thematisiert. Naja. Übrigens scheint dann die Sonne nicht heller, sie wirkt vielleicht heller, weil man näher dran ist, und es wird übrigens auch noch etwas heißer.

Und zu guter Letzt muss auch noch Sarah Connor thematisiert werden. Alle sagen: Super, dass sie jetzt auf Deutsch singt und nicht mehr auf Englisch, das passt viel besser. Am Besten wäre es, wenn sie gar nicht mehr singen würde, warum? Wegen Liedern wie „Wie schön du bist“:

Mit all deinen Farben, und deinen Narben,
hinter den Mauern. Ja ich seh dich.
Lass dir nichts sagen. Nein, lass dir nichts sagen.
Weißt du denn gar nicht, wie schön du bist?

Wie kann man eine Person hinter einer Mauer sehen? Und was haben eigentlich die Farben und Narben damit zu tun? Aber Sarah Connor möchte scheinbar einfach nur sagen, dass man nicht weißt, wie schön man eigentlich bist. Danke dafür!

Gut, jetzt kann man natürlich sagen, dass auch die Songtexte von englischsprachigen Musikern nicht besser sind. Adele singt „Hello, it’s me“. Ach ok, schön dich wieder zu sehen. Rihanna singt so oft „Work“ hintereinander, dass man gleich ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn man mal gerade nicht arbeitet. Aber das gute an englischen Songtexten ist: meistens versteht man sie nicht oder nur zum Teil. Bei deutschen Liedern versteht man dagegen jedes einzelne Wort – was nicht unbedingt von Vorteil ist.

Getaggt mit

Wieder da

7 Jahre. So lange hege ich nun schon den Traum des Journalisten. Seit 6 Jahren ist die Website http://www.marians-sportmagazin.de im World-Wide-Web zu finden. Allerdings verließ mich zwischenzeitlich die Motivation, mir fehlten die neuen Ideen. Doch nun ist sie wieder da, eine neue Idee.

Diese Idee gestaltet sich recht einfach. Ich möchte jede Woche einen Beitrag veröffentlichen. Und das jeden Mittwoch. Dabei möchte ich mich diesmal nicht mehr nur auf den Sport beschränken, deswegen hat sich auch der Titel des Blogs verändert. Aus „Marians Sportmagazin“ wird nun „Haimerls Meinung“. Zwar ist die Webseite auch weiterhin über die alte Domain http://www.marians-sportmagazin.de zu erreichen, allerdings ist die Hauptdomain nun http://www.haimerls-meinung.de.

Ich denke, der neue Websiten-Name spricht bereits für sich: Ich möchte einfach nur meine Meinung loswerden. Es gibt im Moment so viele Dinge, die einfach mal gesagt gehören. Dabei möchte ich in keinster Weise in Anspruch nehmen, dass meine Meinung jeder teilen muss. Jeder kann seine ganz eigene Meinung haben. Deswegen lasse ich auch die Kommentarfunktion offen. Wer möchte, kann also gerne kommentieren, man muss aber auch nicht. Genauso ist es auch nicht das Ziel, Verbesserungsvorschläge zu nennen, die als Allheilmittel einsetzbar sind.

Ein Thema hat die Website also nicht, es kann mal um Sport gehen – über FIFA und DFB kann man immer was schreiben -, es kann mal um Politik gehen – gerade im Moment gibt es da genug Stoff -, und es kann auch mal über ganz banale Dinge gehen, wie etwa die Tatsache, dass Deutschland am Samstagabend erneut auf dem letzten Platz beim Eurovision Song Contest landete.

Und nun auch genug des Vorspanns. Am Mittwoch geht’s los; ich freue mich!