#2: Work

Letzte Woche kam ein Meinungsblog über deutsche Songs und deren nur wenig berauschende Liedtexte. Um diese Serie fortzusetzen soll es diese Woche um englische Songtexte gehen. Meistens tut man sich ja schwer, den Inhalt dieser Texte zu verstehen, deswegen werde ich mir nun mal die Charts anschauen und das eine oder andere englischsprachige Lied kurz vorstellen.

Beginnen wir mal mit dem neuem Hit „Hymn for the weekend“ von der weltweit bekannten Band Coldplay. Grundsätzlich ist an dem ja nichts auszusetzen. Jeder von uns liebt das Wochenende, ob man deswegen ein Lied drauf singen muss und es nicht reicht, es einfach zu genießen, ist die andere Frage. Coldplay hat ein Lied geschrieben. So sehen ein paar Zeilen aus:

Life is a drink, and love’s a drug
Oh now I think I must be miles up
When I was a wither, dried up
You came to rain a flood

Aha. „Life is a drink.“ Einverstanden. Alkohol ist immer gut. Aber was damit die Flut zu tun hat? Hilft einem glaube ich eher weniger, wenn man durstig ist. Ein Glas Wasser tut es auch. Oder halt doch ein Bier. Geht immer! Auch sonst klingt der Song von Coldplay mehr gewollt als gekonnt. Da gab es schon besseres.

Im letzten Blog hatte ich den Song schon kurz thematisiert. Rihannas „Work“ ist lediglich eine Ansammlung von irgendwelchen Worten. Auch nicht das gelbe vom Ei in den weltweiten Charts:

Work, work, work, work, work, work
He said me haffi
Work, work, work, work, work, work!
He see me doing
Dirt, dirt, dirt, dirt, dirt, dirt!
So me put in
Work, work, work, work, work, work

Das kann man aber auch nur machen, wenn man Rihanna heißt. Einfach irgendwelche Wörter aneinanderhängen. Da müssen ja ganze tolle Songtext-Autoren am Werk gewesen sein. Ansonsten würde einfach nur jeder das Radio ausmachen und sich denken: sowas muss ich mir wirklich nicht anhören. Noch nie hat es jemand geschafft einem eine so deutliche Aufforderung mit auf den Weg zu geben: Arbeite! Ok, sorry, bin ja schon dabei. Leider ist das ganze auch ein enormer Ohrwurm, deswegen hat Rihanna auch schon wieder was richtig gemacht.

Und noch ein Songtext. Diesmal von der Band „Walking on Cars“. Bisher auch eher nur selten aufgefallen. Und die Bandmitglieder müssen Autos echt lieben. Der Song heißt „Speeding Cars“:

So if I stand in front of a speeding car
Would you tell me who you are, what you like?
What’s on your mind, if I’d get it right?

Also ich kann sagen, was passiert, wenn man sich vor ein schnelles Auto stellt: das könnte schiefgehen. Man fragt ja auch nicht was passiert, wenn man sich vor einen schnell fahrenden Zug stellen würde oder!? Außerdem wäre es Erpressung so jemanden dazu zu zwingen, einem zu erzählen, wer er ist und was ihm gefällt.

Nun sieht man also, die englischen Songtexte sind mitnichten besser, als die deutschen. Nur wenige Sänger nutzen ihre Popularität, um Kritik zu äußern, um mit den Liedern eine Botschaft zu senden. Anders nun Beyoncé. Eine der erfolgreichsten Sängerinnen der heutigen Zeit. Sie gehört laut Forbes zu den einflussreichsten und reichsten Frauen der Welt. Es lohnt sich, ihr neues Album „Lemonade“ anzuhören. Es ist ein persönliches, ein politisches Album. Ob einem die Musik gefällt, ist subjektiv. Die Texte allerdings sind gut. Beyoncé möchte endlich aufstehen, gegen den Rassismus, gegen die von Männern dominierte Welt. Es geht also auch anders. Sogar auf Welttournee geht Beyoncé mit ihrem Album. Begonnen hat sie den Aufstand beim Super Bowl 50 in San Francisco im Februar. Der Aufstand geht weiter. Und das ist auch gut.

Und jetzt hab ich einen Ohrwurm: „Work“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s