#4: Fußball im Vordergrund

Der vierte Meinungsblog kommt zu spät? Stimmt! Diesmal allerdings absolut bewusst. Ich wollte erst mal die ersten Spiele bei der diesjährigen Europameisterschaft in Frankreich abwarten, bevor ich meine Meinung zu dem Megaevent schreibe.

Wir haben doch alle darauf gewartet. 12 Tage lang läuft dank der Gruppenphase nun von 15 bis 23 Uhr durchgehend Fußball. Ein Traum für jeden Fan und auch nicht Fan. Denn zu WM oder EM werden plötzlich immer alle zu Fußballfans und vor allem werden alle zu Bundestrainern. Und obwohl die EM 2016 in Frankreich eine menge Spaß mit sich bringen wird, irgendwas ist komisch. Das mag an der vermeintlich prekären Sicherheitslage in Frankreich liegen. Seit Wochen wird darüber berichtet, wie man die Stadien sichern kann vor Anschlägen wie im November 2015 in Paris. Zahlreiche Talk-Shows befassten sich mit diesem Thema. Tenor immer: die geladenen Gäste wussten nicht mal, warum sie überhaupt zu der Sendung eingeladen wurden.

Man wird ein Stadion mit zigtausend Menschen nie zu hundert Prozent sichern können. Da helfen weder zwei Zugangskontrollen noch ein Flugverbot über den französischen Stadien. Wenn es jemand schaffen möchte, dann schafft er es auch, so traurig das ist. Nur sollten wir aufpassen, darüber nicht zu viel zu reden. Seit Wochen wird die EM als das Top-Anschlagsziel des Islamischen Staates (IS) hyperdramatisiert. Und klar ist, dass solch ein Anschlag eine enorme Wirkung hätte, sowohl für Europa als auch für die ganze Welt. Alle Grenzen würden dicht gemacht werden. Kein Land würde mehr Argumente finden, nicht in den Krieg gegen den IS zu ziehen. Trotzdem sind solche Diskussionen unnötig. Wenn es passiert, dann konnte man es leider nicht verhindern. Natürlich könnte ich jetzt auch an den IS appellieren, Anschläge und generell die Gewalt einzustellen. Die werden sich für meine Meinung nur nicht interessieren. Deswegen sollten wir uns nicht die Stimmung verderben lassen und den Fußball wieder in den Mittelpunkt stellen, denn das ist ja eigentlich das, worum es die nächsten Wochen in Frankreich geht.

Übrigens braucht man für Gewalt rund um die EM nicht mal den IS. Was am Samstag im Vorfeld der Partie England gegen Russland in Marseille passierte ist unfassbar. Menschen die zu solcher Gewalt bereit sind haben nichts im Stadion zu suchen und auch nichts in unserer Gesellschaft zu suchen! Mehrere schwerverletzte Personen und eine Person in Lebensgefahr sind die Folge enthemmter Gewalt. Das schadet unserer Gesellschaft und nicht nur dem Fußball. Traurig was in Marseille passierte. Solche Szenen sollten sich nicht mehr wiederholen. Aber einen Lichtblick gibt es: Die UEFA hat ein Disziplinarverfahren gegen Russland eröffnet. Und wenn wir eines aus der Vergangenheit wissen, dann doch dass die UEFA absolut konsequent Probleme sowohl interner als auch externer Art aufarbeitet.

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